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Sozialversicherung im Ausland

Die soziale Absicherung etwa im Krankheitsfalle steht an oberer Stelle bei der Checkliste eines Auslandsaufenthalts, egal ob Arbeiten im Ausland, Studieren im Ausland, Urlauben oder Leben im Ausland.

Sozialversicherung im Ausland für Arbeitnehmer

Wenn  ein Arbeitnehmer seine Beschäftigung außerhalb Deutschlands ausübt, kommt es bei der Beurteilung der Frage, ob für ihn die Rechtsvorschriften Deutschlands oder seines Beschäftigungsstaates über soziale Sicherheit gelten, also ob er der deutschen Sozialversicherung unterliegt oder nicht, darauf an, ob eine Regelung des über- und zwischenstaatlichen Rechts anzuwenden ist.
Nachfolgend haben wir eine Übersicht aufgestellt,  für welche Staaten eine entsprechende Regelung besteht. Die angeführten  Versicherungszweige werden entweder unmittelbar vom sachlichen Geltungsbereich der Regelung erfasst oder mittelbar durch das Schlussprotokoll zum Abkommen über Soziale Sicherheit einbezogen.
Es ist möglich, dass es Besonderheiten des persönlichen und territorialen Geltungs-
bereichs der jeweils anzuwendenden Regelung gibt. Wir gehen hierauf bei den einzelnen Staaten ein.
Falls und soweit in dem Staat, in dem der Arbeitnehmer seiner Beschäftigung nachgeht, keine Regelung des über- und zwischenstaatlichen Rechts besteht, etwa in Brasilien,  so ist eine Doppelversicherung nicht ausgeschlossen. Ob  eine Versicherungspflicht in Deutschland besteht, prüft und entscheidet ausschließlich die jeweilige Einzugsstelle, also die Krankenkasse, und der für den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung zuständige Unfallversicherungsträger.
Besteht keine Versicherungspflicht in Deutschland, so ist unter Umständen eine freiwillige Versicherung in Deutschland möglich. Hierzu erteilen die jeweiligen Versicherungsträger Auskunft.

Übersicht über die Staaten mit Abkommen zur Sozialversicherung (alphabetisch):


Staat

Krankenversicherung

Pflegeversicherung

Rentenversicherung

Arbeitsförderung/
Arbeitslosigkeit

Unfallversicherung

Belgien

Ja

Ja

ja

Ja

Ja

Bosnien-Herzegowina

Ja

Nein

Ja

Ja

Ja

Bulgarien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Chile

Nein

Nein

Ja

Ja

Nein

China

Nein

Nein

Ja

Ja

Nein

Dänemark

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Estland

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Finnland

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Frankreich

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Griechenland

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Großbritannien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Irland

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Island

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Israel

Ja

Nein

Ja

Nein

Ja

Italien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Japan

Nein

Nein

Ja

Ja

Nein

Kanada

Nein

Nein

Ja

Ja

Nein

Korea

Nein

Nein

Ja

Ja

Nein

Kroatien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Lettland

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Liechtenstein

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Litauen

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Luxemburg

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Malta

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Marokko

Ja

Nein

Ja

Ja

Ja

Mazedonien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Montenegro

Ja

Nein

Ja

Ja

Ja

Niederlande

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Norwegen

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Österreich

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Polen

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Portugal

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Quebec

Nein

Nein

Ja

Ja

Nein

Rumänien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Schweden

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Schweiz

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Serbien

Ja

Nein

Ja

Ja

Ja

Slowakei

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Slowenien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Spanien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Tschechien

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Türkei

Ja

Nein

Ja

Ja

Ja

Tunesien

Ja

Nein

Ja

Nein

Ja

Ungarn

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

USA

Nein

Nein

Ja

Nein

Nein

Zypern

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Mit weiteren Staaten hat die  Bundesrepublik Deutschland keine Abkommen auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit abgeschlossen.

In diesem Falle kommt es für die Frage der Versicherungspflicht in der deutschen gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung ausschließlich auf die innerstaatlich deutsche Vorschrift über die Ausstrahlung an (§ 4 SGB IV). Diese Vorschrift gilt auch bei Staaten, mit denen Abkommen bestehen, für die nicht vom Abkommen erfassten Sozialversicherungszweige.

Für die Zweige der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung obliegt die diesbezügliche Prüfung der bisher zuständigen Einzugsstelle, also der Krankenkasse. Für den Zweig der gesetzlichen Unfallversicherung trifft der zuständigen Unfallversicherungsträger die Beurteilung.

Sind die Vorschriften für die Weitergeltung deutschen Rechts in den obigen Versicherungszweigen erfüllt, bedeutet das jedoch nicht, dass daneben auch im Beschäftigungsland bestehende gesetzliche Vorschriften in Bezug auf die soziale Sicherheit nicht zu berücksichtigen sind. Es kann somit  in dem einem oder in mehreren Versicherungszweigen zu einer Doppelversicherung kommen. Dies ist auch für die von den Abkommen über soziale Sicherheit nicht erfassten Zweigen der Sozialversicherung möglich..

Man sollte sich also mit den o.g. Stellen in Kontakt treten und um Prüfung der Versicherungspflicht bzw. Versicherungsberechtigung für die Zeit des Einsatzes in den Staaten bitten, mit denen Deutschland kein Abkommen über soziale Sicherheit hat bzw. für die vom jeweiligen Abkommen nicht erfassten Sozialversicherungsbereiche. Hier erfährt man auch näheres zu etwa Anwartschaftsversicherungen oder freiwillige Weiterversicherungen.
Besteht keine Sozialversicherungspflicht bzw. –möglichkeit, so kommt der Abschluss eine privaten Auslandskrankenversicherung in Frage. Auskünfte erteilt u.a. der Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Postfach 51 10 40, 50946 Köln (www.pkv.de) in Verbindung setzen.