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Entwicklungsdienst - Entwicklungshilfe

Nur wenige wissen, was  Entwicklungsdienst tatsächlich beinhaltet; die meisten Menschen denken beim Stichwort Entwicklungsdienst an unterernährten Kinder in Afrika oder europäische Ärzte in Indien.

Wir zeigen auf unserer Seite, wie man Entwicklungshelfer werden kann und geben Infos über den Entwicklungsdienst und über Alternativen, um in Entwicklungsländern zu helfen und zu arbeiten. 
Als Entwicklungshelfer arbeitet man in Entwicklungsländern und hilft dabei mit, den wirtschaftlichen und sozialen Forschritt der Entwicklungsländer voranzubringen. Die Entwicklungshilfe bezweckt, die ökonomischen und sozialen Lebensverhältnisse der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessert. Um dies Ziel zu verwirklichen, gilt es eine Vielzahl von Projekte abzuschließen, etwa auf den Gebieten der ländlichen Entwicklung, der Gesundheitsvorsorge und der Ausbildung. So werden beispielsweise Brunnen in Dürregebieten in Südamerika gebaut, um die Trinkwasserversorgung zu sichern oder es werden Ausbildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche in Afrika geschaffen.
Als Entwicklungshelfer lebt und arbeitet man  in einem exotischen, fremden Land,  um den Menschen dort zu helfen. Die Tätigkeit als Entwicklungshelfer ist seelisch und körperlich belastend, die Arbeitsbedingungen und das Klima in Entwicklungsländern sind oft rau und der sichtbare Erfolg der Arbeit nur klein. Bevor man also den Entschluss fasst, Entwicklungshelfer zu werden, muss man für sich entscheiden, ob man willens und fähig ist, für einen längeren Zeitraum (mindestens 2 Jahre) unter diesen extremen Bedingungen zu arbeiten und zu leben.  
Grundlage für den Einsatz im Entwicklungsdienst ist im Normalfall eine abgeschlossene Berufsausbildung. In den Entwicklungsländern fehlen  hochqualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte, die über längere Zeiträume Projekte leiten und in der Lage sind, dieeinheimischen Fachkräfte anzuleiten. Ungelernte Arbeitskräfte sind in der Regel genügend im Land vorhanden. Das bedeutet: wenn ein Helfer nur über eine geringe Qualifikation verfügt und nur kurz an einem Projekt mitarbeiten will, dann ist es für ein armes Entwicklungsland  bzw. die Entwicklungshilfeorganisation sinnlos, einen Entwicklungshelfer aus dem weit entfernten Ausland einzustellen.

Der klassische Entwicklungsdienst

Der klassische Entwicklungsdienst ist für  Fachkräfte aus allen Berufsgruppen geeignet, die möglichst viel Berufserfahrung mitbringen. Er dauert mindestens zwei Jahre.
Die Entwicklungshilfeorganisation suchen hochqualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte, die über längere Zeit in Projekten in Entwicklungsländern mitarbeiten oder diese leiten. Sie sollen Hilfe zur Selbsthilfe leisten, die Menschen in  den Entwicklungsländern  qualifizieren. Die Entwicklungshilfe soll sich selbst auf lange Sicht entbehrlich machen.
Für den Einsatz im Entwicklungsdienst werden vorausgesetzt:

  1. Berufsabschluss
  2. zumeist mindestens zweijährige Berufserfahrung
  3. körperliche und seelische Belastbarkeit,
  4. gute Fremdsprachenkenntnisse,
  5. Lebenserfahrung
  6. Tropentauglichkeit
  7. Bereitschaft, sich mindestens für zwei Jahre für den Entwicklungsdienst zu verpflichten
  8. Kirchliche Organisationen erwarten außerdem christliche Grundhaltungen.
  9. Ein Mindestalter von  zwischen 21 und 23 Jahren (je nach Organisation).

Entwicklungshilfe-Organisationen

Nachfolgend stellen wir Organisationen vor, die Entwicklungshelfer schulen und vermitteln.

Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH)
Die AGEH ist die Fachorganisation der deutschen Katholiken für internationale Zusammenarbeit. Die Organisation hat Partnerorganisation, mit denen sie gemeinsam im Jahr ca. 250 Fachkräfte in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit kirchlicher Organisationen auf der ganzen Erde vermittelt.
Zusätzlich zu den o.g. allgemeinen Voraussetzungen für die Arbeit in einem Entwicklungsdienst und einem Mindestalter von 23 Jahren wird  eine christliche Grundhaltung verlangt.
Die AGEH führt auch die fid-Service- und Beratungsstelle. Von ihr werden Organisationen, die Träger von längerfristigen Freiwilligendiensten sind, beraten. Außerdem werden dort Vorbereitungsseminare für Freiwillige angeboten.

Christliche Fachkräfte International (CFI)
Christliche Fachkräfte International ist ein Vermittlungsdienst für Projekte evangelischer Kirchen und christlicher Organisationen in Entwicklungsländern. CFI verlangt neben den allgemeinen Voraussetzungen für eine Vermittlung die aktive Mitarbeit in einer Gemeinde oder einem Missionswerk auf der Grundlage der Evangelischen Allianz. Entwicklungshilfeeinsätze bei der CFI laufen meistens über einen Zeitraum von wenigsten 3 Jahren.

 Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM)
Durch das  Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) werden Nachwuchskräfte in die Länder Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Mittel- und Osteuropas vermittelt. CIM gehört als Arbeitsgemeinschaft zur Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA). CIM wurde im Jahr 1980 ins Leben gerufen.

Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ)
Die GTZ setzt ca.  2700 Entwicklungsprojekte in ca. 130 Ländern um. Sie arbeitet größtenteils im Auftrag der deutschen Regierung.
Die GTZ verlangt von ihren Entwicklungshelfern  ein abgeschlossenes Studium und mehrjährige Berufserfahrung, daneben Erfahrung in Führungsverantwortung und Organisationsentwicklung.

Deutscher Entwicklungsdienst GMBH (DED)
Für den DED sind etwa 1.000 Entwicklungshelfer in über 40 tätig. Der DED hat  keine eigenen Projekte, sondern es handelt sich um Projekte von Organisationen aus Partnerländern. Der DED wird nur auf Anfrage hin tätig.
Als Entwicklungshelfer kann man beim DED nur zum Einsatz kommen, wenn man als einen Berufsabschluss hat sowie als Hochschulabsolvent über eine wenigstens zweijährige, einschlägige Berufserfahrung verfügt. Ist man Meister, so muss man zwei Jahre  Berufserfahrung als Meister inklusive Ausbildereignungsprüfung nachweisen. Des weiteren muss man über sehr gute Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch, Spanisch oder Portugiesisch verfügen und soziale Kompetenzen haben.

Evangelischer Entwicklungsdienst e.V. (EED)
Der EED ist die zentrale evangelische Einrichtung für Entwicklungsdienst. Der EED startet seine Vermittlung auf Wunsch von Partnerorganisationen aus aller Welt. Es werden Fachkräfte für die Bereiche Soziales, Bildung, Gesundheit, Verwaltung, Technik, Ökologie, Konfliktbearbeitung und Menschenrechte gesucht.
Eine christliche Grundhaltung als besondere Voraussetzung ist notwenig.

EIRENE - Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V.
Bei EIRENE handelt es sich um einen ökumenischen Friedens- und Entwicklungsdienst.  Er  vermittelt seine Entwicklungshelfer in Projekte auf den Gebieten der ländlichen Entwicklung, Behindertenarbeit, zivile Konfliktbearbeitung und Menschenrechtsarbeit. Der Länderfocus liegt auf  Niger, Tschad und Nikaragua.

InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH
InWEnt vermittelt keine Entwicklungshelfer, sondern bereitet lediglich deutsche Fachkräfte auf den Entwicklungsdienst vor. Außerdem bietet die Organisation Programme für Fach- und Führungskräfte aus aller Welt an, insbesondere Trainings und Fortbildungen. Ihre Intention liegt in der Förderung derinternationale Personalentwicklung und Weiterbildung sowie des internationalen entwicklungspolitischen Dialoges.. InWEnt ist Herausgeber des Fachblattes "Fachkräfte für die Entwicklungszusammenarbeit".

Weltfriedensdienst e.V. (WFD)
Der Weltfriedensdienst ins Leben gerufen, um sich in antifaschistischer Aussöhnung zu erreichen. Er fördert und organisiert Projekte in Afrika, Lateinamerika und Palästina, schickt aber verhältnismßig wenige Entwicklungshelfer ins Ausland. 
Voraussetzungen für  Einsatz als Entwicklungshelfer beim WFD sind möglichst schon Auslandserfahrung – neben den sonstigen allgemeinen Anforderungen. Der WFD sucht Entwicklungshelfer auf den Gebieten soziale- und berufliche Bildung, Gesundheit, Betriebs- und Volkswirtschaft sowie Landwirtschaft.

Kurzeiteinsätze in der Entwicklungshilfe

Es gibt auch Organisationen, die Dienste in Entwicklungsländern anbieten, die erheblich kürzer als zwei Jahre dauern.  Hierbei wird differenziert zwischen Kurzzeiteinsätzen für junge Berufstätige und Kurzzeiteinsätzen für Jugendliche.

Kurzzeiteinsätze für junge Leute bis 30 Jahre

Kurzzeiteinsätze für Leute bis 30 Jahre vermitteln die folgende Programme:

  1. das "weltwärts"-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),
  2. das ASA-Programm der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt),
  3. der Friedensdienst von EIRENE und
  4. das Nachwuchsförderungsprogramm (NFP) des DED.

Das weltwärts-Programm wird aus  öffentlichen Mitteln gefördert. Es ist ein Freiwilligendienst in Entwicklungsländern für die Dauer von 6 bis 24 Monaten. Dieser Freiwilligendienst wird von Fachleuten und Pädagogen begleitet. Angesprochen junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren. 
Der Dienst ist nicht mit Kosten verbunden. Dennoch wird von den Freiwilligen erwartet, das sie sich bereits in Deutschland bei den Entsendestellen engagieren und Unterstützerzirkel ins Leben rufen, die Geldzahlungen leisten.
Weitere Infos zum "weltwärts"-Programm gibt es hier:  http://www.weltwaerts.de/  
InWEnt  bietet das ASA-Programm an, das  Studierende und junge Berufstätige aller Berufsgruppen mit einer abgeschlossenen nichtakademischen Ausbildung zwischen 21 und 30 Jahren anspricht. Das ASA-Programm beinhaltet Arbeits- und Studienaufenthalte in Entwicklungsländern über einen Zeitraum von 3 Monaten. Es wird zusammen mit Fachkräften aus den südlichen Partnerorganisationen an einer Problemlösung gearbeitet. Weitere Infos hier: http://www.asa-programm.de/.
EIRENE  ist  der Internationale Christliche Friedensdienst. Es handelt sich um einen ökumenischen Friedens- und Entwicklungsdienst in den Ländern Niger, Tschad und Nikaragua. EIRENE bietet jungen Leuten die Option, einen Friedensdienst für die Dauer von 12 bis 18 Monaten zu leisten. Das Mindestalter beträgt 18 Jahren. Man muss über Fremdsprachenkenntnisse verfügen und bereit sein, einen  Unterstützerkreises ins Leben zu rufen,  der die Finanzierung des  Friedensdienstes übernimmt. Weitere Infos hier: http://www.eirene.org/programme/nord/nord.frauen/

Das Nachwuchsförderungsprogramm (NFP) des DED spricht Berufsanfänger, Fach- und Hochschulabsolventen an. Ihnen wird die Option gewährt, in einem Entwicklungsland zu arbeiten und auf diese Weise interkulturelle Kompetenzen, Sprachfähigkeiten und entwicklungspolitische Erfahrungen zu erlangen. Damit wird die Chance vergrößert, im Anschluss in Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten. Die Entwicklungsstipendiaten werden in den Entwicklungsländern vor Ort von erfahrenen Entwicklungshelfern unterstützt und angeleitet. Der Aufenthalt im Entwicklungsland erstreckt sich über einen Zeitraum von 12 Monate, hinzu ist ein Monat Vorbereitung in  Deutschland zu rechnen.
Voraussetzungen für die Teilname am Nachwuchsförderungsprogramm: Zur Zeit der Bewerbung darf man nicht älter als 28 Jahre alt sein, muss über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium verfügen und mindestens eine westeuropäische Verkehrssprache gut sprechen, also entweder Englisch, Französisch, Spanisch oder Portugiesisch. Der DED zahlt eine monatliche Aufwandsentschädigung. Die Reise und die Unterkunft im Partnerland muss man jedoch  selber organisiert und bezahlen. Weitere Infos hier: http://www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,436/ticket,g_u_e_s_t

Kurzzeiteinsätze in der Entwicklungshilfe für Jugendliche: Workcamps

Kurzzeiteinsätze für Jugendliche in Entwicklungsländern werden in sogenannten  Workcamps ermöglicht. Diese werden um den ganzen Globus abgehalten. Die Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Ländern und arbeiten für  2 - 6 Wochen gemeinsam an gemeinnützigen Projekten auf  sozialem oder ökologischem Gebiet. Meistens sind zwischen 10 bis 20 junge Menschen in einem Workcamp tätig.
Die Anreisekosten bei Workcamps müssen von den Teilnehmern selbst gezahlt werden, insbesondere der Flug. Selbst tragen muss man auch die Vermittlungsgebühr für Camps in Übersee. Einige Organisationen haben eine  Altersgrenze für bestimmte Länder bei 21 Jahren festgelegt..
Träger-Organisationen von Workcamps in Entwicklungsländern sind z.B.
- die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.: http://www.asf-ev.de
- die Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten: http://www.ibg-workcamps.org
- Pro International: http://www.pro-international.de
- Service Cicil International: http://www.sci-d.de
- Youth Action for Peace Germany, christlicher Friedensdienst e.V.: http://www.yap-cfd.de