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Anderer Dienst im Ausland - ADiA

Beim Anderer Dienst im Ausland (ADiA) handelt es sich um einen  sozialer Dienst im Ausland. Der ADiA wird in als Wehrersatzdienst in Deutschland anerkannt. Mann kann den ADiA anstelle des normalen Zivildienstes absolvieren.

Damit ist der Andere Dienst im Ausland dem Zivildienst in Deutschland voll gleich gestellt. Es handelt sich aber nicht um einen „Zivildienst im Ausland“ bezeichnet, denn im Rechtssinne hat der ADiA nichts mit dem Zivildienst gemein. Allerdings sind die sich dort stellenden Aufgaben, die Dienstart und Dienstzeit denen des Zivildienstes vergleichbar. In den letzten 20 Jahren  haben etwa 8.000 Freiwillige einen ADiA absolviert.

Den  Anderen Dienst im Ausland kann man nur ableisten, wenn man als Kriegsdienstverweigerer durch das Bundesamt für den Zivildienst anerkannt worden ist.
Organisationen, bei dem man den  Anderen Dienst im Ausland absolvieren kann, müssen vom vom „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ anerkannt worden sein. Der Freiwillige meldet sich bei einer  Trägerorganisation und diese registriert ihn bei erfolgreicher Bewerbung beim Bundesamt für Zivildienst. Hat der Freiwillige seinen Anderen Dienst im Ausland abgeleistet, so erlischt die Pflicht zum Absolvieren eines Ersatzdienstes im Friedensfall. Man muss den freiwilligen Anderen Dienst im Ausland vor der Vollendung seines 23. Lebensjahres antreten.

Dieser Andere Dienst im Ausland muss eine Dauer haben, die wenigstens zwei Monate länger als der Zivildienst in Deutschland ist. Das sind zur Zeit also im Minimum 11 Monate. Man hat als Dienstleister allerdings die Option, mit  der  Trägerorganisation einen längeren Dienstzeitraum vertraglich festzulegen, etwa, wenn dies von der Dienststelle im Ausland so gewünscht wird. So kann man Dienstzeiten von bis zu zwei Jahren erreichen. Nur wenige Trägerorganisation machen aber von der Möglichkeit einer  Verlängerung gebrauch. Wann der Andere Dienst im Ausland beginnt, wird von der Trägerorganisation nach Absprache mit Dienstleistenden festgelegt.

Projekte innerhalb des Anderen Dienst im Ausland - ADiA

Während des Anderen Dienst im Ausland hat man ähnliche Aufgaben zu erledigen wie ein Zivildienstleistender in Deutschland, das Spektrum der Projekte und Stellen ist allerdings ausgedehnter, was von vielen als Vorteil angesehen wird – neben der Tatsache, das man die Möglichkeit hat, ein Jahr im Ausland zu verbringen.
Der Andere Dienst im Ausland deckt folgende Bereiche ab:
- den sozial-pflegerischer Bereich in Altenheimen und Pflegeheimen, in  Krankeneinrichtungen und Obdachlosenhäusern
- den pädagogischen Bereich in Projekten, die der politischen Bildung dienen, in Schulen oder Gedenkstätten
- die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Beispiel in Kinderheimen und Jugendhäusern
Oft überschneiden sich die Aufgabenbereiche, da man meistens in kleineren Einrichtungen tätig ist.

Länder für den ADiA

Die Idee des ADiA ist aus den Erfahrungen, die Deutschland im 2. Weltkrieg gemacht hat also Friedensdienst entstanden. Deshalb gibt es die meisten ADiA-Stellen in Europa, besonders in Polen, Frankreich und Israel. Aber der Andere Dienst im Ausland kann auf jedem Kontinent in sehr vielen Ländern abgeleistet werden, von Argentinien über China bis Zypern, gerne in Entwicklungsländern in Afrika und Südamerika.

Rechtliches

Der Andere Dienst im Ausland ins tin  § 14b des ZDG geregelt. Wie bereits ausgeführt handelt es sich beim ADiA nicht um Zivildienst handelt, der Dienstleistende wird nur vom Zivildienst freigestellt. Für den Staat hat das den Vorteil, dass er zu keinen Leistungen verpflichtet ist. Es wird also kein staatlicher Sold gezahlt, es werden  keine Beiträge zu den Versicherungen geleistet und es gibt keine Unterstützung von den Trägerorganisationen für die Kosten von Vorbereitung und Begleitung.
Ein AiDA-Leistender ist  Wehr- oder Zivildienstleistenden in folgenden Bereichen gleichgestellt:
- Anspruch auf Kindergeld
- Anrechnung als Wartesemester
 Der Dienstleistende und die Entsendeorganisation schließen einen privatrechtlichen Vertrag, dessen Konditionen von Organisation zu Organisation sehr unterschiedlich sein können. Der Träger ist lediglich zur Übernahme der Kosten für die Kranken- und Haftpflichtversicherung des Dienstleistenden verpflichtet.
Normalerweise übernehme die Trägerorganisation die für Reisekosten und die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Meist zahlen sie auch ein Taschengeld.
Bricht man den  ADiA vorzeitig ab, so wird  die bereits abgeleistete Zeit, sofern sie länger als zwei Monate betrug, auf den Zivildienst angerechnet.

Finanzierung des ADiA - Wie wird der Andere Dienst im Ausland finanziert?

Das ist von Entsendeorganisation zu Entsendeorganisation unterschiedlich. Die allermeisten Trägerorganisation verlangen vom Dienstleistenden eine finanzielle Beteiligung an den Kosten. .
Per Gesetz ist es den Organisationen verboten, Geld direkt von den Dienstleistenden zu verlangen. Man wählt deshalb oft folgende Regelung:

Der  Staats unterstützt den Anderen Dienst im Ausland (ADiA) mit dem Programm „weltwärts“ in Höhe von monatliche über 500 €.

Dem Dienstleistenden wird auferlegt, einen Spenderzirkel zu schaffen, mit dessen Hilfe im Monat zwischen 150 und 600 Euro aufzubringen sind.  Der Betrag differiert je nach Art des Projekts und der Länder, in denen es stattfindet. Man kann sich gut vorstellen, dass etwa ein Dienst in einem südamerikanischen Land allein durch die enormen Reisekosten, Tropentauglichkeitsuntersuchungen und Impfungen mehr kostet als z. B. in Belgien. Normalerweise kann man aber mit etwas persönlichem Einsatz einen Förderkreis auch für größere Beträge gründen. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass der  Dienstleistende auch einen Anteil aus eigener Tasche zahlen muss.
Manche Träger, etwa die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), verlangen zudem die Entrichtung eines einmaligen Solidarbeitrages in Höhe von 650 Euro. Manchmal muss man auch eine einmalige Zahlung  vor der Ausreise leisten.
Es gibt jedoch auch Organisationen, etwa das Katholisches Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Officium Bonum, die auf einen Kostenbeitrag verzichten. Naturgemäß ist die Zahl der Nachfrager bei diesen Organisation größer als die angebotenen Stellen. Man sollte sich somit  spätestens ein Jahr vor gewünschtem Antritt über die Bedingungen des ADiA bei den einzelnen Organisationen erkundigen..
Abgesehen von den Kosten haben die Trägerorganisationen recht unterschiedliche Konditionen für den Anderen Dienst im Ausland. Man sollte also auch einen Augenmerk auf Angebote der Organisation  für eine Vorbereitung und eine pädagogischer und administrativer Begleitung während und Nachbereitung nach Ende der Dienstzeit werfen. Eine Vorbereitung 10 Tage keinesfalls unterschreiten! Preislich sehr günstige Organisationen vernachlässigen diesen Bereich oft sehr; die Folge ist eine sehr hohe Quote von Abbrechern.
Worauf man achten sollte: die Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten (Quifd) vergibt ein Gütesiegel an Organisationen und Einsatzstellen, die Qualität bei der Organisation und Gestaltung von Freiwilligendiensten bewiesen haben. Die Liste der Einrichtungen mit dem Gütesiegel kann man dort nachfragen.
Seit 2002 hat der Anderen Dienst im Ausland Konkurrenz bekommen: es besteht die Möglichkeit, als Ersatz für den Zivildienst in Deutschland ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Ausland abzuleisten, geregelt in §14c ZDG.
Der große Unterschied zum ADiA besteht darin, dass der Staat in diesem Fall Leistungen für Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld, Versicherungen und pädagogischer Begleitung übernimmt. Nicht jedoch werden die  Reisekosten übernommen.  Eine staatliche Übername der Kosten setzt jedoch voraus, dass im geleisteten Jahr mindestens 25 Bildungstage (z. B. für Vorbereitung, Reflexion, Auswertung) gegeben sein müssen.

Weitere Informationen zum Thema ADiA gibt es hier:

- weltwärts – Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des BMZ

- Wehrersatzdienst

- Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst

- Quifd - Qualität in Freiwilligendiensten