Mein Leben in Spanien
geschrieben am 13.11.2011 um 11:31:35 von fliliala (0) Kommentare (0) BilderAufgewachsen bin ich Düsseldorf und irgendwann fing ich an, mich für fremde Kulturen und Länder zu interessieren. Deshalb kam für mich nur ein Beruf in der Tourismus-Branche oder Hotelbranche infrage. Da gerade in diesem Gewerbe Sprachkenntnisse wichtig sind, habe ich mich schon während der Schulzeit für Fremdsprachen interessiert und fleißig Englisch sowie Spanisch gelernt. Mit diesen beiden Sprachen kann man sich in vielen Ländern verständigen. Nachdem meine Ausbildung beendet war, wollte ich meine ersten Auslandserfahrungen sammeln. Alle redeten über Mallorca und diese Insel hatte ich einmal während eines Urlaubs kurz kennengelernt. Deshalb entschied ich mich, nach Mallorca zu gehen. Leider konnte ich nicht für meinen Arbeitgeber nach Spanien gehen. Deshalb verbrachte ich meinen letzten Urlaub auf der Insel und versuchte einen Job zu finden. Dort sprach ich diverse Tourismusunternehmen an, ich dachte daran, als Reiseleiterin zu arbeiten. Eine der Firmen, bei denen ich mich bewarb, stellte mich ein. Somit hatte ich bereits einen Job, bevor ich ganz nach Mallorca umzog. Ein Job zu haben, war für mich sehr wichtig, da ich für die Wohnung und zum Leben Geld benötigte.
Bei der folgenden Wohnungssuche stellte ich fest, dass es einfacher ist, eine Wohnung mit einem nachweisbaren Beschäftigungsverhältnis zu finden. Da ich in einer Großstadt aufgewachsen bin, kam für mich als zukünftiger Wohnungsort nur Palma de Mallorca infrage. Außerdem wollte ich nicht in einem deutschen Ghetto, sondern mitten zwischen den Einheimischen wohnen und leben. In dem Stadtteil Son Cotoner fand ich auch eine bezaubernde kleine Wohnung. Obwohl mein Spanisch recht gut war und der Arbeitgeber auch damit zufrieden war, stellte ich schnell fest, dass ich noch viel dazulernen musste. Deshalb meldete ich mich in einer Sprachenschule zu einem Intensivkurs an. Dort lernte ich auch meine ersten spanischen Bekannten kennen. Es waren zwei Mallorquinerinnen, die genauso wie ich in der Tourismusbranche tätig waren, allerdings lernten sie Deutsch. Nach dem Unterricht kamen wir ins Gespräch und irgendwann wollten wir uns gegenseitig beim Lernen behilflich sein. Während wir uns unterhielten, verbesserten sie jeden meiner spanischen Sätze. Die Spanier benutzen auch bei einer normalen Unterhaltung alle acht Zeiten und nicht so, wie es in Deutschland in der Umgangssprache üblich ist, nur zwei.
Inzwischen bin ich eng mit Pilar befreundet. Mein Spanisch ist viel besser geworden, allerdings hat sie es aufgegeben, Deutsch zu lernen. Durch Pilar habe ich inzwischen auch einen großen Freundeskreis in Palma, durchweg Spanier und Mallorquiner. Auch zu meinen Nachbarn habe ich ein gutes Verhältnis. Meine deutschen Landsleute sehe ich täglich bei meiner Arbeit, und zwar nur die Deutschen, die einen Urlaub auf Mallorca verbringen. Zu den vielen Deutschen, die auf der Insel leben, habe ich keinen Kontakt. Mit ist aber aufgefallen, dass es zwei Gruppen sind. Die eine Gruppe wohnt teilweise schon über zwanzig Jahren auf der Insel und spricht kein Wort Spanisch. Sie wohnen in Gegenden, häufig im Süden der Insel oder Paguera, wo sie sicher sein kein Können, deutsche Nachbarn zu haben. Sie benehmen sich auch wie in Deutschland. Die andere Gruppe versucht sich zu integrieren und lernt Spanisch, einige lernen sogar die mallorquinische Sprache. Sie passen sich der spanischen Lebensweise an. Die Mallorquiner sehen die Invasion der Ausländer gelassen. Seit Jahrtausenden kommen fremde Kulturen auf die Insel. Im Laufe der Jahrhunderte haben sie sich entweder angepasst oder sie sind wieder verschwunden.
Mir persönlich gefällt das “la vida” der Mallorquiner. Sicher hatte ich Glück, dass ich gleich zu Beginn meines Aufenthaltes Pilar kennenlernte. Man hat mich in ihrer Familie und in ihrem Freundeskreis aufgenommen. Der Zusammenhalt innerhalb einer Familie ist hier sehr viel größer als in Deutschland. Typisch ist zum Beispiel, dass die Familien am Sonntag gemeinsam zum Essen gehen. An einem Tisch sitzen dann etwa zwanzig Personen, die ihre Erlebnisse der vergangenen Woche austauschen.
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