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17. Liebe Nachbarn und endlich Internet!Wie ich bestimmt schon erzählte, hatte ich keinen eigenen Internetzugang in meinem kleinen Appartement, das hieß also, dass ich meinen Laptop Montags zu der Familie schleppte, und Freitags wieder zurück. Nachdem mich letzte Woche die Mutter doch ein wenig zu sehr angenervt hat, entschloss ich mich kurzerhand, doch noch meine Nachbarn zu befragen. Freitagabend traf ich auf dem Gang meinen direkten Nachbar, welcher mir mitteilte, dass ich Familie fragen sollte, die auf der gegenüberliegenden Seite im Erdgeschoss wohnte. Ich nahm mir vor, sobald ich sie treffen würde, einfach zu fragen, oder wenn das nicht klappte, ihnen einen kurzen Brief zu schreiben.
Samstagabend, ich war total schlecht gelaunt weil ich schon wieder kein Netz hatte, entschloss ich mich schlicht und einfach, jetzt rüber zu gehen und zu fragen. Ich kehrte vor der Tür, vorm Klingeln wieder um weil ich mich nicht traute, überlegte ob ich nicht doch einen kleinen Zettel schreiben sollte. Wo ist nur mein Mut hin?, fragte ich mich, denn meinen Nachbarn würden mich wohl kaum beißen, schließlich hatte die vorherige Au Pair auch Internetzugang über sie erhalten. Also ging ich wieder zur Tür, klopfte rasenden Herzens und es öffnete mir ein älterer Mann. Ich fragte, ob ich stören würde, er verneinte und ich stellte mich vor, und warum ich hier war. Zuerst wusste ich nicht, was er dachte, hörte nur zu, schließlich hellte sich sein Gesicht auf und er rief seine Frau, die sich telefonierend gleich als Francine vorstellte. In der Küche saß noch ein junger Mann vor seinem PC, zuerst dachte ich, es wäre der Sohn, später stellte er sich heraus das er es nicht war, ich denke, es wird einfach ein Freund der Familie sein. Francine meinte, es wäre überhaupt kein Problem, ich könnte den Zugangscode sofort haben. Ich war überaus erfreut, bedankte mich und holte sogleich meinen Laptop. Ich setzte mich neben den jungen Mann aus der Küche, und wir alle fingen ein Gespräch an. Das Ehepaar war total nett, schenkten mir gleich ein Glas Orangensaft ein und fragten mich dieses und jenes. Als ich meinte, ich käme aus Deutschland, waren alle drei hocherfreut, denn sie sprachen auch deutsch und meinten, das wäre ein super Übung für sie, mal mit mir zu reden. Es stellte sich heraus, dass beide im Psychologischen Zweig arbeiteten, er als Psychiater und sie als Psychologin (es kann auch sein dass ich mich irre und es umgekehrt ist :)
Ich blieb bei meinen Nachbarn etwa eine halbe Stunde, musste leider schon zusammenpacken da ich eine Verabredung mit Verena und ihrem Freund hatte, und als ich mich verabschiedete, meinten beide zu mir, wenn ich ein Problem oder irgendwelche Sorgen hätte, könnte ich ohne weiteres zu ihnen kommen. Das war so süß! Ich war wirklich froh, dass ich so nette Nachbarn erwischt hatte, die unkompliziert waren und ihre Hilfe anboten, falls es nötig sein sollte.
Natürlich schaffte ich es, kurz bevor ich ging, meinen PC zum abstürzen zu bringen, in Folge war der Zugangscode nicht mehr da, also musste ich mich nochmal trauen und mich in die kleine peinliche Situation bringen, nach zehn Minuten noch einmal zu klingeln. Für die beiden war das aber überhaupt kein Problem. Ich werde mich auf jeden Fall noch einmal mit einer Tafel Schokolade dafür bedanken, schließlich möchte ich die Nachbarschaft gut erhalten.
Ausgerüstet mit Internet im Studio, welches das Leben angenehmer und einfacher macht sowie mit netten Nachbarn im Haus lässt es sich doch gleich viel besser leben!
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