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Au-pair in Frankreich

Au pair Aufenthalte in Paris

Frankreich ist das klassische Au-pair-Land - neben England. Die meisten Au-pair Bewerber suchen sich für ihre Tätigkeit den Großraum der Universitätsstädte aus, etwa Tours oder Aix-en-Provence, natürlich auch Paris. Ebenfalls zieht es viele Au-pair Bewerber in den Süden Frankreichs.


Aufenthalts- und Einreisebestimmungen für Frankreich

Wer sich in Frankreich länger als 3 Monate aufhalten möchte, braucht auch als Angehöriger eines EU-Staates eine Aufenthaltsgenehmigung. Ohne Aufenthaltsgenehmigung kann man zudem die Leistungen der französischen Sozialversicherung (securité social) nicht in Anspruch nehmen. Für eine Aufenthaltsgenehmigung sind folgende Unterlagen vorzulegen:
- gültiger Personalausweis oder Reisepass
- eine beglaubigte und in Französisch übersetzte Kopie des letzten Schulzeugnisses oder Ausbildungszeugnisses
- ein ärztliches Attest im Original, welches bei Reiseantritt nicht älter als drei Monate sein darf
- eine Bescheinigung der Sprachschule über die Einschreibung bzw. Anmeldung
- eine Geburtsurkunde in internationaler Form (stellt die Gemeindeverwaltung aus)
- vier Passfotos
Ist man in Frankreich eingereist, so hat man sich umgehend bei der Préfecture de la Police zu melden; dort ist eine Carte de Séjour Provisoire zu beantragen. Damit geht man anschließend zum zuständigen Büro der französischen Arbeitsverwaltung, genannt Service de la Main d' Oeuvre Etrangère. Dort läßt man sich einen Vordruck für den Vertrag mit der Gastfamilie, den accord de placement au pair de stagiare aide-familiale aushändigen. Dieser Au-pair Vertrag muss von der Familie und dem Au-pair unterzeichnet werden und er ist nun zusammen mit dem Personalausweis, dem ärztlichen Attest und der Geburtsurkunde der Arbeitsverwaltung vorzulegen. Wenig später bekommt man eine Ladung der Préfecture de la Police, um von dort die Carte de Séjour Définitive ausgehändigt zu erhalten. Beim örtlichen Arbeitsamt, der Direction Départmentale du Travail e de l'Emploi, kann man die Anschrift der zuständigen Arbeitsverwaltung in Erfahrung bringen.
Hat man Schwierigkeiten mit diesen Formalitäten, so kann man ohne weiteres die Hilfe der örtlichen Au-pair-Vermittlungsagentur in Anspruch nehmen. Im übrigen sollte man warten können: ehe man angemeldet ist, können einige Wochen vergehen. Noch komplizierter ist es für Nicht-EU-Angehörige. Sie müssen vor der Einreise in ihrem Heimatland ein Visum bei der französischen Botschaft oder einem französischen Generalkonsulat beantragen.

Au-pair-Bedingungen in Frankreich

Frankreich hat das Europäische Au-Pair-Abkommen unterzeichnet und auch parlamentarisch ratifiziert. Au-pairs stehen also unter dem gesetzlichen Schutz des Abkommens. Zwar ist es möglich, abweichende Regelungen mit der Gastfamilie zu vereinbaren, diese dürfen aber dem Au-Pair-Abkommen nicht zuwider laufen. Die Gastfamilie hat allerdings einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand zu tragen, da sie neben dem Taschengeld auch Beiträge in die gesetzliche Sozialversicherung einzahlen muss. Leider hat das zur Folge, dass es in Frankreich auch viele "inoffizielle" Au-pair-Verhältnisse mit ungeklärter Versicherungsfrage gibt.

Au-pair-Voraussetzungen in Frankreich:

Au-pair-Bewerber müssen mindestens 17 Jahre und dürfen höchsten 28 Jahre alt sein. Dennoch akzeptieren die Vermittlungsagentur i.d.R. nur Bewerber, die bereits Volljährig sind. Der Au-pair-Bewerber sollte so gut Französisch sprechen können, dass eine einfache Unterhaltung möglich ist. Es müssen Erfahrungen im Umgang mit Kindern nachgewiesen werden. Dazu reicht eine Tätigkeit als regelmäßiger Babysitter oder als Helfer im Ferienlager oder im Sportverein.

Dauer:

Die Au-pair-Dauer in Frankreich beträgt drei Monate bis 2 Jahre. Es werden Bewerber bevorzugt genommen, die ein Schuljahr, also von September bis Juli bei ihrer Gastfamilie bleiben möchten. Bezüglich eines Sommer-Au-pairs ist die Nachfrage weit größer als das Angebot.

Arbeitszeit:

Eine normale Au-pair-Beschäftigung geht mit einer Arbeitszeit von 30 Stunden in der Woche einher. An zwei bis drei Abenden in der Woche ist Babysitten Pflicht. Es werden daneben auch Au-pair-Plus Verhältnisse angeboten. Hier muss dan an 35 bis 40 Stunden in der Woche bei höherem Taschengeld gearbeitet werden.

Taschengeld

Die Höhe des Taschengeldes variiert je nach Region, in der man sein Au-pair-Jahr absolviert. In den städtischen Regionen, insbesondere in Paris, ist es üblich, neben dem Taschengeld eine Monatskarte für den Nahverkehr, also in Paris etwa die Metro, zu zahlen. Gesetzlich vorgeschrieben ist dies allerdings nicht.

Urlaub

Da Au-pairs keine Arbeitnehmer sind, haben sie keinen Anspruch auf gesetzlichen bezahlten Urlaub. Aber es entspricht dem Usus, dass mit den Gastfamilien ein Urlaub von einer oder zwei Wochen vereinbart wird, wenn der Au-pair-Aufenthalt länger als sechs Monate dauert.

Versicherung des Au-pairs in Frankreich

Die Gastfamilie ist gesetzlich verpflichtet, das Au-pair bei der französischen Sozialversicherung, der Sécurité Sociale anzumelden und einen monatlichen Betrag von knapp 200 Euro an die URSSAF, die Union de Recouverement de Sécurité et Allocations Familiales zu zahlen. Der größte Teil des Geldes wird an die Sécurité Sociale und ein kleiner Betrag an die Rentenzusatzkasse, die IRCEM verteilt. Die Anmeldung des Au-pairs durch die Gastfamilie hat innerhalb on 8 Wochen nach der Ankunft des Au-pairs zu erfolgen. Die Unfallversicherung gilt erst vom Tag der Anmeldung an! Kosten für eine medizinische Behandlung im Fall einer Krankheit werden jedoch erst nach einer Arbeitszeit von 60 Stunden erstattet, für den Fall, dass das Au-pair älter als 25 Jahre ist, sogar erst nach 120 Stunden. Erst wenn diese Stundenzahl geleistet ist, tritt der Versicherungsschutz in Kraft.
Zu beachten ist, dass angesichts dieser nicht unerheblich hohen Beiträge zur gesetzlichen Krankenverischerung viele Gastfamilien das Au-pair bei einer privaten Versicherung anmelden oder sie erwarten, dass das Au-pair eine bestehende Krankenversicherung im Heimatland hat. Allerdings sollte man wissen, dass für die Aufenthaltsgenehmigung, welche man für einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten in Frankreich braucht, private Versicherungen und Versicherungen, die nicht in Frankreich bestehen, nicht anerkannt werden. Das Problem besteht also darin, dass die Gastfamilien das Au-pair nicht bei der Sécurité Sociale anmelden und folglich auch keine Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden kann.
Ist man über die Eltern in Deutschland gesetzlich versichert, so kann man die Anspruchsbescheinigung E 111 beim Krankenversicherungsträger im Aufenthaltsort, also bei der Caisse Primaire d'Asurance Maladie vorlegen. Dann bekommt man die Arztkosten zu einem großen Teil erstattet. Muss man sich im Krankenhaus behandeln lassen, so ist die Selbstbeteiligung weitaus höher.
Was sid Haftpflichtversicherung anbelangt, so ist das Au-pair während der Arbeitszeit automatisch durch die Haftpflichtversicherung der Gastfamilie versichert. Es ist ein an die Gastfamilie gekoppelte Versicherungsschutz; folglich deckt die Versicherung nur Schäden, die im Umfeld der Gastfamilie verursacht werden, und dabei auch nicht solche, die in der Freizeit entstehen. Der Abschluss einer eigenen Haftpflichtversicherung ist deshalb sinnvoll, falls die eigene Familienhaftpflichtversicherung nicht im Ausland gilt.
Oft kommt es vor, dass die Gastfamilie anbietet, dass das Au-pair das Auto der Gastfamilie benutzt. Dies muss der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden und das Au-pair muss als zusätzlicher Fahrer bei der Versicherung eingetragen werden.

Sprachkurse

Für ein offizielles Au-pair Verhältnis ist in Frankreich die Teilnahme an Sprachkursen obligatorisch. Alle größeren Städte bieten Sprachkurse unterschiedlicher Leistungsklassen. Es existieren viele private Sprachschulen. Mancherorts gibt es auch die université populaire, die Volkshochschule oder den cours municipal d'adultes. Dies dort angebotenen Kurse sind weitaus günstiger als die an privaten Sprachinstituten, werden jedoch meistens am Abend angeboten und sind deshalb für Au-pairs nicht immer geeignet. Außerdem übersteigt aufgrund des günstigen Preises die Nachfrage das Angebot bei weitem, besonders in Paris. Das erste Semester dauert von Oktober bis Februar und es werden 3 Stunden in der Woche angeboten. Man kann sich auch bei einer Universität einschreiben und dann kostenlos die dort angebotenen Sprachkurse besuchen. Allerdings werden dort 15 Wochenstunden angeboten, was für ein Au-pair oft nicht zu realisieren ist. Auf dies schwierige Situation, was die Sprachkurse anbelangt, haben viele Au-pair-Organisationen reagiert und sie bieten eigenen Sprachkurse an, die bezhüglich Kursterminen und Unterrichtsprogramm auf die Bedürfnisse der Au-pairs zugeschnitten sind.
Die Sprachkurse können mit unterschiedlichen Prüfungen abgeschlossen werden. Teilweise werden diese Prüfungen international anerkannt. Das DALF, das Diplôme Approfondi de Language Francaise, ist ein Diplom, das vom französischen Bildungsministerium ausgehändigt wird. Es berechtigt als Sprachtest zur Aufnahme an allen französischen Universitäten.