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Au-pair Bedingungen

Welche Rechte und Pflichten gibt es beim Au-pair Jahr / Aufenthalt

Die Arbeitsbedingungen für das Au-pair sind in den unterschiedlichen Ländern verschieden geregelt. So gelten in den westeuropäischen Staaten die Rahmenbedingungen des "Europäischen Au-pair-Abkommens", das im Jahr 1969 vom Europarat verabschiedet wurde.


Es handelt sich um das europäische Abkommen über die Au-pair Beschäftigung . Frankreich, Italien, Spanien, Dänemark, Norwegen und Luxemburg haben das Abkommen unterzeichnet. Dagegen haben Deutschland, Belgien, Finnland, Griechenland und die Schweiz zwar gezeichnet, aber nicht in den Parlamenten ratifiziert. Das hat einwanderungspolitische Gründe. Also sind die Regelungen des Abkommens in den zuletzt genannten Ländern nur Empfehlungen, aber nicht rechtsverbindlich - anders als etwa in Spanien oder Italien. Weiter gibt es europäische Länder, die das Abkommen weder gezeichnet noch ratifiziert haben, etwa Großbritannien. Dort lehnen sich die Arbeitsbedingungen dennoch an das Abkommen an.
Das europäische Au-pair Abkommen definiert den Au-pair Status ina Artikel 2 wie folgt:
"Die Au-pair-Beschäftigung besteht in der zeitlichen begrenzten Aufnahme in Familien gegen bestimmte Gegenleistungen von jungen Ausländern, die gekommen sind, um ihre Sprachkenntnisse und gegebenenfalls ihre Berufserfahrung zu vervollständigen und ihre Allgemeinbildung durch eine bessere Kenntnis des Gastlandes zu erweitern."
Das Abkommen legt die Beschäftigungsdauer, die Voraussetzungen, die die Au-pair-Beschäftigten und die Gastfamilie erfüllen müssen und die Rechten und Pflichten beider Parteien fest.
In den USA hat die USIA, die Aufenthaltsbehörde, im Jahr 1986 eine gesetzliche Regelung für die Au-pair-Beschäftigung geschaffen. Diese unterscheidet sich stark von der europäischen Regelung, insbesondere was Taschengeld und Arbeitszeit betrifft.
Für alle anderen Staaten, in denen ein Au-pair-Aufenthalt möglich ist, sollte man Flexibilität mitbringen.

Dauer des Au-pair-Aufenthalts

Ein Au-pair-Aufenthalt innerhalb Europas beträgt mindestens 6 Monate, jedoch werden Bewerber von den Gastfamilien bevorzugt, die länger bleiben möchten, in der Regel ein Jahr. Der Au-pair-Wechsel richtet sich in der Regel am Schuljahr aus, der Au-pair-Aufenthalt sollte sich also am besten über ein Schuljahr, also über 10 Monate von September bis Juli erstrecken. In den USA kann man ausschließlich 12 Monate als Au-pair verbringen; im Anschluss an das Au-pair Jahr ist ein Monat für ein eigenes Programm, also für Reisen und Besuche vorgesehen. Ein Sommer-Au-pair für die Sommerferien findet man nur sehr selten im Angebot der Au-pair-Agenturen.

Au-pair-Sonderformen

Es gibt Sonderformen des Au-pairs. Diese werden im folgenden beschreiben:

Au-pair Plus

Beim Au-pair Plus geht die Arbeitszeit über die normalen 30 Wochenstunden hinaus bis auf 35 bis 40 Stunden in der Woche. Dafür bekommt man ein höheres Taschengeld. Das Au-pair Plus wird in England und Frankreich angeboten.

Demi-Au-pair

Beim Demi-Au-pair ist eine geringere Arbeitszeit von 15 bis 18 Stunden in der Woche und ein geringeres Taschengeld vorgesehen. Dieses Demi-Au-pair findet man nur selten in England und Frankreich. In England gehört Babysitting dazu, in Frankreich nicht.

Au-pair Extraordinaire

Das Programm Au-pair Extraordinaire ist auf ausgebildete Erzieherinnen, Sozialassistentinnen und Kinderkrankenschwestern im Alter von 20 bis 26 Jahren zugeschnitten. Man findet es nur in den USA. Die besondere Qualifikation des Au-pairs hat eine höhere Entlohnung und eine Prämie zur Folge, die am Ende des Au-pair Aufenthalts ausgezahlt wird.

Zimmer gegen Arbeit

Hier ist das Aupair 10 bis 12 Stunden pro Woche im Haushalt tätig und hilft bei allen anfallenden Hausarbeiten, etwa Küchen- und Reinigungsarbeiten und der Kinderbetreuung. Die Gegenleistung ist lediglich eine freie Unterkunft. Babysitting am Abend entfällt ebenso wie das Taschengeld, die Monatskarte für die Metro und die Sozialversicherung. Diese Form des Au-pairs gibt es häufig in Paris, wird aber von der Ausländerbehörde nicht als reguläre Beschäftigung anerkannt, so dass das Au-pair als Studentin oder Schülerin gilt. Folglich muss man sich unbedingt selbst krankenversichern bzw. die Familienversicherung in Deutschland bestehen lassen. Vorteil dieser Au-pair Variante ist, dass amn mehr Zeit für das Studium oder andere Aktivitäten hat.

Mother's help

In Großbritannien gibt es das Mother's help: frau ist als Familienhelferin tätig und zwar acht Stunden pro Tag in der Hausarbeit plus Kinderbetreuung an 5 bis 6 Tagen in der Woche.

Sommer Au-pair

Ein Sommer Au-pair ist eine Au-pair-Zeit von einem bis drei Monate in den Monaten Juli bis September. Das Au-pair fährt dabei oft mit der Familie in Urlaub. Da hier Arbeit und Freizeit verschwimmen, ist die Bezahlung geringer als bei einem regulären Au-pair. In England ist die Bezeichnung Summer-Au-pair, oder Holiday-Au-pair, in Frankreich Au-pair d'été. Der Besuch einer Sprachschule ist oft nicht möglich, auch hat man am Urlaubsort oft kein eigenes Zimmer.

Live-in Caregiver oder Parents' Help

In den USA und Kanada umfasst diese Au-pair-Variante eine ganztägige Kleinkinderbetreuung an 5,5 Tagen in der Woche. In Kanada gibt es ein offizielles Live-in Caregiver Program (Programme concernant les aides familiaux résidants): es wird 8 bis 10 Stunden pro Tag gearbeitet gegen ein reguläres Gehalt.
Das Programm Caregiver richtet sich an Au-pair-Bewerber, die eine Ausbildung im pädagogischen oder pflegerischen Beruf absolviert haben oder aber eine mindestens sechsmonatige Vollzeitbeschäftigung im Bereich Kinderbetreuung nachweisen können.

Männliche Au-pairs

Leider sind männliche Au-pairs in der Minderheit, da Kinderbetreuung und Haushalt traditionell eine Frauendomäne ist. Das liegt natürlich nicht in der Natur der Sache und ist überkommen. Dennoch ist es auch heutzutage noch relativ schwierig, eine Gastfamilie von den Qualitäten eines männlichen Au-pairs zu überzeugen. Ein männliches Au-pair sollte zusätzliche Leistungen anbieten, etwa Handwerksarbeiten im Haus.

Beschäftigungszeit - Arbeitszeit beim Au-pair

Nach dem europäischen Au-pair-Abkommen beträgt die wöchentliche Arbeitszeit eines Aupairs 5 bis 6 Stunden am Tag; sie darf pro Woche nicht mehr als 30 Stunden betragen. Ein feier Tag pro Woche muss die Gastfamilie garantieren; er muss mindestens einmal im Monat auf einen Sonntag fallen.
Nicht zur Arbeitszeit zählen die Essenszeiten und die Erledigung der persönlichen Dinge, etwas das Aufräumen des eigenen Zimmers sowie die Morgen- oder Abendtoilette. Die Gastfamilie darf zusätzlich an zwei bis drei Abendend in der Woche die Anwesenheit des Au-pairs zum Babysitten verlangen.
In welchen Zeitraum die tägliche Arbeitszeit des Au-pairs fällt, ist von den Lebensgewohnheiten der Gastfamilie aber auch von den landestypischen Verhaltensweisen abhängig. Beispielsweise gehen Kinder in den Mittelmeerländer spät zu Bett, so dass die Kinerbetreuung bis in den späten Abend dauert.
In den USA beträgt die wöchentliche Arbeitszeit maximal 45 Stunden, wobei die Bereitschaftszeiten eingerechnet werden. Es sind 5,5 Diensttage pro Woche vorgesehen sowie ein komplett freies Wochenende pro Monat. Ist ein Au-pair länger als 6 Monate in den USA, so besteht ein Anspruch auf zwei Wochen bezahlter Urlaub; dieser ist in Absprache mit der Gastfamilie zu nehmen. Die europäischen Länder hingegen haben keine einheitliche Urlaubsregelung geschaffen.

Kost und Logis

Die Gastfamilie stellt dem Au-pair ein eigenes Zimmer zur Verfügung und läßt es an den Mahlzeiten teilnemen. In manchen Länder ist eine Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel sowie die Versicherung des Au-pairs in der Gegenleistung der Gastfamilie inbegriffen.



Taschengeld

Die Höhe des monatlichen Taschengeldes ist vor Beginn der Au-pair-Tätigkeit festgesetzt.

Aufgaben des Au-pairs

Zu den Aufgaben des Au-pairs siehe die Sonderseite: Au-pair Aufgaben

Sprachkurse

Die europäischen Au-pair Regelungen sehen vor, dass Sprachkurse für das Au-pair zu einem Au-pair Aufenthalt dazu gehören. Die Kursgebühren für den Sprachkurs muss das Au-pair i.d.R. selbst bezahlen.
In manchen Ländern besteht ein Verpflichtung, die Sprachkurse zu besuchen; andernfalls entällt die Aufenthaltsgenehmigung. Beispiel hierfür ist Frankreich. Viele Sprachschulen bieten Kurse für jedes Niveau an. Man sollte sich als Au-pair Aspirant möglichst frühzeitig an die Schule wenden und sich über Kosten, Zeit und Niveau der Kurse informieren. Dann kann man die Stundenpläne mit den Aufgaben, die man in der Gastfamilie zu erledigen hat, abgleichen.

Ferien - Urlaub

Während der Au-pair-Zeit hat man keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Die Au-pair Organisatoren schreiben in den Verträgen mit den Gastfamilien jedoch meistens einen bezahlten Urlaub von zwei Wochen fest, sofern sich der Au-pair Aufenthalt über ein ganzes Jahr erstreckt. Üblich ist es, dass das Au-pair zu Weihnachten und Ostern frei bekommt, sofern es in einem nahegelegenen Land wohnt.
Oft fährt das Au-pair auch mit der Gastfamilie in die Ferien. Die Gastfamilie trägt dann alle Kosten der Reise. Das Problem für das Au-pair besteht bei einer Begleitung in den Sommerferien, dass ich die Arbeitszeit nur schwer von der Freizeit abgrenzen läßt. Man muss danach gehen, wie sich Gastfamilie und Au-pair verstehen. Ist das Verhältnis nicht so gut, so ist etwa das Spielen mit den Kindern am Strand durchaus als Arbeitszeit zu werten. Problematisch ist in den Ferien auch der Besuch der Sprachschule, auch der Kontakt zu Mitschülern oder anderen Au-pairs ist unterbrochen. Manchmal ist am Urlaubsort auch ein eigenes Zimmer nicht gewährleistet.

Kündigung - Umvermittlung

Nach dem Au-pair-Abkommen gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen für jede Partei, wenn der Vertrag auf unbestimmt Zeit abgeschlossen wurde. Eine fristlose Kündigung des Au-pair-Verhältnisseses ist nur dann möglich, wenn seitens der anderen Partei eine "schwere Verfehlung" vorliegt.
Ist der Au-pair-Vertrag auf eine bestimmte Dauer eingegangen, so muss er auch für diese Zeit eingehalten werden - es sei denn es liegt ein Grund für eine ausserordentliche Kündigung - schweres Fehlverhalten - vor.
Ein Wechsel in eine andere Gastfamilie ist möglich, soweit es entsprechende Angebote gibt. Man sollte dies aber nicht ohne gewichtige Gründe tun. Bei Differenzen zwischen Gastfamilie und Au-pair sollte man die Vermittlungsagentur einschalten, wenn ein klärendes Gespräch zu keinem Ergebnis geführt hat.