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Au-pair

Der Begriff Au-pair steht für Jugendliche, die in einer Gastfamilie im Ausland leben und in der Familie bestimmte Aufgaben erfüllen. Sie bekommen von ihrer Gastfamilie Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld und Familienanschluss und haben so die Möglichkeit, sich die Kultur und die Sprache des Gastlandes zu erschließen.

Au-pair ist an sich die Abkürzung für Au-pair-Mädchen bzw. Au-pair-Junge. Aus einer Au-pair-Beziehung sollen beide, das Au-pair und die Gastfamlie, einen Gewinn zeihen, daher auch die Bezeichnung „Au-pair“, was aus dem französischen übersetzt „auf Gegenseitigkeit“ heißt.

Ein Au-pair Aufenthalt im Ausland bietet für junge Leute die Chance, einen tiefen Einblick in eine fremde Sprache und Kultur zu bekommen. Es sind überwiegend Mädchen, die als Au-pair ins Ausland gehen. Jungen nutzen andere Wege, etwa den Schüleraustausch oder Travel and Work Programme.

Als Au-pair erhält man die Möglichkeit, kostengünstig eine andere Kultur und andere Lebensgewohnheiten in den eigenen Horizont einzubeziehen und ihn so zu erweitern. Zudem wird man eine Fremdsprache intensiv praktizieren können. Auch kann ein Au-pair Aufenthalt als Vorbereitung für einen längeren Auslandsaufenthalt dienen, etwa während eines späteren Studiums oder im Beruf. Schließlich lernt man mit Kindern umzugehen und einen Haushalt zu gestalten, denn zu den Aufgaben eines Au-pairs gehören i.d.R. der Familie das Essen zuzubereiten, die Kinder anzuziehen und ins Bett zu bringen, sie zu baden, mit ihnen zu spielen, sie während des Tages zu begleiten, sie etwa in den Kindergarten oder in die Schule zu bringen. Au-pairs müssen auch für die Kinder Kochen und das Kinderzimmer in Ordnung halten. Daneben werden sie für die Kinder waschen und bügeln müssen.
Wie aus dieser Aufzählung zu entnehmen ist, ist ein Au-pair keine Haushaltshilfe. Arbeitsrechtlich ist ein Au-pair-Verhältnis ein Betreuungsverhältnis besonderer Art und somit nur bedingt ein Arbeitsverhältnis. Um einem Missbrauch vorzubeugen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein RAL-Gütezeichen Au-pair entwickelt. Au-pair Vermittler, die dieses RAL-Gütezeichen verwenden, verpflichten sich damit zur Überwachung der Einhaltung aller Au-pair Richtlinien bei Familien und Au-pairs. Die Vermittler werden ihrerseits von neutraler Stelle überwacht.

Die Teilnahme an einem Au-pair Programm ist nur innerhalb bestimmter Altersgrenzen möglich. Diese Altersgrenzen betragen für
•          Australien - 18-30 Jahre
•          Belgien - 18-26 Jahre
•          Dänemark - 17-29 Jahre
•          Deutschland - 18-24 Jahre (17 Jahre für Au-pairs aus EU/EWR/Schweiz, bis 30 Jahre für die alten EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein)
•          Finnland - 17-30 Jahre           
•          Frankreich - 18-28 Jahre
•          Großbritannien - 17-27 Jahre
•          Irland - 18-27 Jahre
•          Italien - 18-30 Jahre
•          Kanada - 19-50 Jahre
•          Neuseeland - 18-30 Jahre
•          Niederlande - 18-25 Jahre
•          Norwegen - 18-30 Jahre
•          Österreich - 18-28 Jahre
•          Schweden - 18-30 Jahre
•          Schweiz - 18-30 Jahre
•          Spanien - 18-27 Jahre
•          Südafrika - 18-24 Jahre
•          USA - 18-26 Jahre

Als Au-pair in die USA

Die USA sind das beliebteste Au-pair-Land. Dort bestehen besondere, von der US-Regierung aufgestellte Regelungen, von denen wir nachfolgend die wichtigsten skizzieren.
Die maximale Mithilfe im Hausalt ist für das oder den Au-pair auf 45 Stunden pro Woche und maximal 10 Stunden am Tag begrenzt. Das Au-pair darf nicht für allgemeine Haushaltstätigkeiten, etwa Kochen, Putzen, Wachen eingesetzt werden, sondern es darf nur Tätigkeiten verrichten, die einen Bezug zu den Kindern haben. Dem Au-pair obliegt also in erster Linie die Kinderbetreuung. Daneben kann es Aufgaben erfüllen, die mit der Kinderbetreuung zusammen hängen, etwa Spielsachen aufräumen, Wäsche für die Kinder waschen und bügeln, Essen für die Kinder kochen, die Kinder bei ihren Aktivitäten begleiten.
Einem Au-pair in den USA stehen 1,5 freie Tage pro Woche und ein freies Wochenende im Monat zu. Das Wochenende beginnt am Freitagabend und dauert bis Montagmorgen. Das Au-pair hat einen Anspruch auf 2 Wochen bezahlten Urlaub. Handelt es sich um ein Sommer-Au-pair, so besteht ein Anspruch auf 4 Tage bezahlten Urlaubs. Die Höhe des Taschengeldes ist auf 157,95 US Dollar pro Woche festgelegt. Hat das Au-pair eine Fachausbildung, so beträgt das Taschengeld 200 US Dollar pro Woche. Das Au-pair hat einen Anspruch auf ein eigenes Zimmer sowie freie Unterkunft und Verpflegung. Es muss krankenversichert werden. Das Au-pair muss an Fortbildungskursen am College oder an der Volkshochschule im Umfang von 6 credits teilnehmen. Die Gastfamilie muss hierzu einen Zuschuss in Höhe von bis zu 500 US Dollar pro Jahr leisten.
Das Au-pair wird in den USA durch die vermittelnde Organisation betreut. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht für das Au-pair auch ein Anspruch auf einen Wechsel der Gastfamilie, also auf ein sog. Rematch. Der 13. Monat oder aber der 4. Monat bei einem Sommer-Au-pair steht dem Au-pair zur freien Verfügung. Diese Freizeit soll beispielsweise dem Reisen dienen.
Um als Au-pair in die USA zu gehen, muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zunächst muss man zwischen 18 und 26 Jahre alt sein und man sollte Spass am Umgang mit Kindern mitbringen. Ein polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Führerschein sind Pflicht. Man muss mindestens ein Jahr in den USA bleiben, es sei denn, man wählt ein Sommer-Au-pair, das lediglich 4 Monate dauert. Als Visum für das Au-pair-Programm in den USA kommt das J-1 Visum in Betracht, welches man in Deutschland allerdings nur über Au-pair-Organisationen erhält. Au-Pair Organisationen sind etwa Cultural Care Au Pair, AIFS/ Au Pair in America, AYUSA/ Au Pair Care, Expert AuPair, iSt/ EurAuPair.

Empfehlenswerte Literatur zum Thema Au-Pair:

Susanne Caudera-Preil: Als Au-pair ins Ausland. Falken Verlag, 2001,
Silja Linnemann und Mareike Lanbacher: Au-pair in den USA. TIA Verlag, 2000/2001
Eva Gemeinder, Yvonne Kirner: Als Au-pair in den USA – Kinder, Kultur, Abenteuer.Freiburg: Interconnections, 2005,

Weiterführende Hinweise für alle an einem Au-pair Aufenthalt Interessierte erhält man bei folgenden Institutionen:

• Die Au-pair Bundesarbeitsgemeinschaft IN VIA ist der bundesweite Zusammenschluss katholischer IN VIA Beratungsstellen. Diese Vereinigung  vermittelt Au-pair-Aufenthalte in Deutschland und in Europa. Man kann an  Au-pair-Treffen, Ausflügen und Au-pair-Seminare teilnemen..
• Der RDAV - Ring Deutscher Au-pair Vermittler- Vereinigung deutscher Au-pair Vermittler – will Agenturen und Gastfamilien ein gemeinsames und kontrolliertes Forum zur Vermittlung an die Hand geben.
• Die International Au Pair Association (IAPA) ist ein internationaler Dachverband mit Sitz in Kopenhagen. Der IAPA stellt zum Zwecke der Qualitätssicherung Richtlinien für die Vermittlung von Au-pairs auf.
• Die kommerziellen Au-pair-Agenturen haben einen Dachverband gegründet, der über seine Webseite und um das Thema Au-pair informiert. Eine Vermittlung erfolgt dort nicht
• Die Gütegemeinschaft Au-pair e.V. gibt eine Liste der Agenturen/Vermittler mit RAL Gütezeichen Au-pair heraus. Dieses Gütezeichen wurde unter Mitwirkung des Bundesministeriums Familie, Senioren, Frauen und Jugend geschaffen.
• Auf den Webseiten des Europarats kann man das  Europäische Abkommen über die Au-pair-Beschäftigung (European Agreement on Au Pair Placement) über die Suchfunktion über die CET-Nummer 068 anschauen. Online ist auch ein  Mustervertrag für Au-pairs und Gastfamilien in Europa auf englischer Sprache.
• Die Bundesagentur für Arbeit bietet ebenfalls eine Informationsseite zum Thema Au-pair an. Man findet dort Infos deutsche Gasteltern, Au-pairs in Deutschland und einen Mustervertrag für Au-pairs in Anlehnung an die vom Ministerkomitee des Europarates am 18. Januar 1972 gebilligte Fassung  - auf deutsch.